1975

Gründung des Deutsch-Französischen Segelclubs Passat e.V. 1975 abgekürzt DFSC "Passat" durch Beschluss der Satzung am 25.Juli 1975. Gegründet wurde der Club von Teilnehmern an Segel-Lehrgängen des Deutsch-Französischen Jugendwerkes. Eintragung ins Vereinsregister des Amtsgerichts Bonn am 29. Oktober 1975.
Eine Mitgliederliste aus 1975 weist 24 Clubmitglieder aus.

1976

Eigener Standort an der Sonnenseite der Pötenitzer Wiek Mit dem "geistigen Standort" aus dem Jahre 1975 allein konnte der Verein auf die Dauer ein wirkliches Clubleben nicht realisieren.
Auf der Suche nach einem geeigneten Landstützpunkt als Anlieger zum Segelelement "Wasser" hatten wir beim Bundesvermögensamt Lübeck schließlich Erfolg. Ein herrliches, 11.450m2 großes Gelände an der Pötenitzer Wiek wurde uns in einem Pachtvertrag zur Verfügung gestellt.
Bald schon zeigte bzw. entwickelte sich das Bild des "Segelplatzes" durch die farbenfrohe Vielfalt der bunten Jollensegel unserer Jugendgruppe.
Der Anfang und damit der Start zum Clubleben war getan, die Mitglieder schnupperten "Heimat"!
Bestand 1976: 119 Mitglieder, 3 Dickschiffe, 5 Jollen

1978 / 1979

Der Club füllt sich mit Leben - im Sommer als auch im Winter. Die Ausgestaltung des Segelplatzes als auch des zwischenzeitlich angemieteten Clubhauses waren - im Nachhinein betrachtet- wahre Förderer unseres Clublebens! Auch - oder besser gesagt - gerade weil diese Mietobjekte dem einzelnen Mitglied zunächst viel Arbeitseinsatz und Engagement abforderten, wurde ein Vereinsgeist und Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt, die beide letztlich die Existenzberechtigung eines jedes Clubs begründen.
Der Segelplatz erhält eine Umzäunung, wilder Müll und sonstige Ablagerungen früherer Jahre werden geräumt, der natürliche Bewuchs wird gehegt und gepflegt und schließlich weist eine Platzordnung die einzelnen Funktionsräume aus. Bald weht am Top eines errichteten Flaggenmastes unser Clubstander und dokumentiert stolz unseren Stützpunkt. Ein paar Meter davon entfernt hält ein alter Wohnwagen - in seiner Farbgebung der Landschaft angepasst - flüssige und feste Nahrung vorrätig.

1980 / 1981

Die echte Bindung zu Lübeck erhält eine amtliche Urkunde. Die Eintragung in das Bonner Vereinsregister war eine Logik aus der Gründerzeit. Nunmehr war es jedoch angeraten, den auf dem Priwall heimisch gewordenen DFSC auch mit dem Lübschen Siegel heimatlich beglaubigen zu lassen. Es folgte die Umschreibung vom Amtsgericht Bonn zum Amtsgericht Lübeck unter der Vereinsregister Nummer 145. Hiermit verbunden war die Mitgliedschaft im TSB Lübeck und im LSV Schleswig-Holstein. Mit diesem "Ortswechsel" verbanden wir auch die Hoffnung, nicht mehr als "Fremdkörper" in Lübeck und Schleswig-Holstein gesehen zu werden und damit auch in unmittelbarer Partnerschaft zu den einzelnen Vereinen, Behörden und Ämtern Gespräche über Absichten, Möglichkeiten und Ziele des Clubs führen zu können.
Bestand 1981: 184 Mitglieder, 22 Dickschiffe, 23 Jollen

1983

Jugendarbeit zahlt sich aus - Erste Erfolge Das geflügelte Wort "Die Jugend ist die Zukunft des Staates" lässt sich auch auf den Verein übertragen. Unsere Jugendgruppe wird von uns im Rahmen unserer beschränkten, finanziellen und personellen - ehrenamtlichen - Möglichkeiten gefördert und betreut.
Mit Freuden konnten wir feststellen, dass sich hier ein "harter Kern" mit einem ausgeprägten Gemeinschaftsgefühl entwickelt hat, der wiederum andere potentielle Jungmitglieder nach sich zieht und die "Jüngsten" allmählich in die aktive Clubarbeit einbindet. Hierbei soll der Wert einzelner "Vereinsinterner Idole" nicht unterschätzt werden. Hierzu tragen zum Beispiel folgende Erfolge bei:

* OK-Ranglistenregatten 1983: Platz 10, 18, 40, 42
* OK-Travemünder Woche 1983: 3.Platz
* Norddeutscher OK-Jugendmeister 1982
* 4 unserer Jugendlichen im Leistungszentrum


Bestand 1983: 195 Mitglieder, 32 Dickschiffe, 28 Jollen

1985

Feier am 19. April zum 10-jährigen Bestehen des DFSC auf der Passat.
Bestand 1985: 214 Mitglieder, 36 Dickschiffe, 30 Jollen
1988

Finanzielle Engpässe belasten den DFSC
Schon in den vergangenen Jahren gibt es Diskussionen über die finanzielle Lage des DFSC. das vom Bundesvermögensamt angemietete Clubhaus belastet den Etat über Gebühr. Darunter leiden alle anderen Aktivitäten, insbesondere der Etat für die Jugendgruppe wird immer kleiner. Es wird beschlossen, das Clubhaus aufzugeben. Gleichzeitig wird ein Holzhaus, das in Timmendorfer Strand demontiert werden muss, günstig gekauft. Die schon über Jahre gehenden Verhandlungen, das gemietete Gelände zu kaufen oder langfristig zu pachten, sind bisher ergebnislos.

1994

Dem DFSC droht der Verlust seines Segelplatzes In diesem Jahr wird das angemietete Gelände öffentlich zum Verkauf ausgeschrieben. Der DFSC gibt ein Kaufangebot ab, das jedoch keine Berücksichtigung findet. Das Gelände wird an eine private Bietergemeinschaft verkauft. Mit den neuen Eigentümern werden sofort Verhandlungen über das Fortbestehen des Mietverhältnisses geführt.

1997 / 1998

Der DFSC steuert in eine ungewisse Zukunft Die in den vergangenen Jahren aufgekommenen Befürchtungen werden wahr. Der Mietvertrag für das Segelgelände wird von den neuen Eigentümern trotz zunächst anders lautender Bekundungen gekündigt. Damit verliert der Club seinen zentralen Anlaufpunkt. Es wird intensiv nach einem Ersatzgrundstück gesucht, das bald gefunden wird. Die zunächst erfolgreichen Verhandlungen mit verschiedenen Ämtern scheitern dann jedoch am Einspruch des Amtes für Natur und Umwelt gegen die von uns geplante Nutzung dieses Grundstücks.
Die Mitgliederzahlen gehen aufgrund der ungewissen Zukunft unseres Clubs spürbar zurück.
1998 gründet sich innerhalb unseres Club eine "Initiative zur Rettung der Jugendgruppe", die in einer aussichtslosen Situation anlässlich einer Bürgerschaftssitzung vor dem Lübecker Rathaus demonstriert. Diese Demonstration führt zu der Zusage des Bürgermeisters, sich der Interessen des DFSC anzunehmen und sich dafür einzusetzen, dass der Club ein geeignetes Grundstück auf dem Priwall erhält. Noch im gleichen Jahr wird dann mit der Lübeck-Travemünde Tourismus-Zentrale ein Mietvertrag für das in Aussicht stehende Gelände östlich der Seemannschule geschlossen.

1999 / 2000

Der DFSC hat eine Perspektive und geht mit Hoffnung in die Zukunft Die Jahre 1999 und 2000 sind geprägt vom Aufbau des neuen Platzes und des vor Jahren erstandenen Holzhauses auf diesem Platz. Die positive Entwicklung dieser Jahre weckt ein nicht für möglich gehaltenes Engagement bei den Mitgliedern, insbesondere auch bei den Jugendlichen. Viele Mitglieder arbeiten an mehreren Wochenenden für den Aufbau der "Neuen Heimat".
Die positive Entwicklung zeigt sich auch in den Mitgliederzahlen, die wieder deutlich nach oben gehen.

2000 / 2005

Der neue Standort entwickelt sich – Aufbau, Engagement und Zusammenhalt

Mit dem Beginn des neuen Jahrtausends ging der DFSC mit neuer Zuversicht in die Zukunft. Nach den schwierigen Jahren des Standortverlustes lag der Fokus nun auf dem Aufbau des neuen Segelplatzes an der Pötenitzer Wiek.

Mit großem Engagement der Mitglieder wurden in Eigenleistung:

  • Lagermöglichkeiten geschaffen
  • erste Infrastrukturen aufgebaut
  • und die Voraussetzungen für den Segelbetrieb hergestellt

Die Arbeiten auf dem Gelände erforderten einen hohen persönlichen Einsatz, trugen jedoch maßgeblich dazu bei, den Vereinsgeist weiter zu stärken. Der DFSC entwickelte sich erneut zu einem lebendigen Treffpunkt für seine Mitglieder.

Parallel dazu wurde die Jugendarbeit wiederbelebt, die schon in den 1980er Jahren ein prägender Bestandteil des Vereins war.

 

2005 / 2010

Stabilisierung und lebendiges Vereinsleben

In den folgenden Jahren konsolidierte sich der Verein weiter. Die Mitgliederzahlen stabilisierten sich und das Gelände entwickelte sich zu einer festen Größe im Wassersport auf dem Priwall.

Das Vereinsleben war geprägt von:

  • regelmäßigen Arbeitsdiensten
  • gemeinschaftlichen Veranstaltungen
  • Regatten und Segelaktivitäten

Typisch für diese Zeit war die weiterhin hohe Eigenleistung der Mitglieder. Der DFSC blieb ein Verein, in dem Mitmachen und Anpacken selbstverständlich waren.

Die Infrastruktur wuchs Schritt für Schritt mit den Anforderungen: Steganlage, Lagerbereiche und Aufenthaltsmöglichkeiten wurden kontinuierlich verbessert.

 

2010 / 2015

Ausbau der Jugendarbeit und erste strukturelle Herausforderungen

In diesem Zeitraum gewann die Jugendarbeit erneut an Bedeutung.
Segeltraining, Regattateilnahmen und eine aktive Nachwuchsgruppe bestimmten das Bild.

Gleichzeitig zeigten sich jedoch erste strukturelle Herausforderungen:

  • Die Ausbildung hing stark vom Engagement einzelner Trainer ab
  • steigende Anforderungen an Organisation und Material
  • wachsender Bedarf an Investitionen

Der Verein reagierte darauf mit:

  • gezielten Anschaffungen für Ausbildung und Sicherheit
  • verstärkter Nutzung des Arbeitsdienstes
  • ersten Ansätzen zur strukturierten Weiterentwicklung

 

2015 / 2020

Herausforderungen, Veränderungen und neue Impulse

Die Jahre vor 2020 waren geprägt von einer Mischung aus Stabilität und zunehmenden Herausforderungen.

Externe Faktoren beeinflussten den Verein erheblich:

  • Auseinandersetzungen mit Behörden und Naturschutzauflagen
  • Unsicherheiten bezüglich baulicher Anlagen auf dem Gelände

Intern zeigte sich ein Wandel:

  • leichte Schwankungen der Mitgliederzahlen
  • steigender organisatorischer Aufwand
  • wachsender Bedarf an klaren Regelungen

Gleichzeitig wurden wichtige Schritte unternommen:

  • Anpassung der Finanzordnung
  • Investitionen in Material und Infrastruktur
  • Suche nach neuen Impulsen für die Jugendarbeit

Mit dem Eintritt eines neuen Trainers im Jahr 2020 konnte die Jugendarbeit wieder gezielt aufgebaut werden.

 

2020 / 2022

Pandemie, Anpassung und strukturelle Weiterentwicklung

Die Corona-Pandemie stellte auch den DFSC vor bisher unbekannte Herausforderungen.
Veranstaltungen mussten eingeschränkt oder verschoben werden, das Vereinsleben war zeitweise nur eingeschränkt möglich.

Dennoch gelang es dem Verein:

  • den Segelbetrieb unter schwierigen Bedingungen aufrechtzuerhalten
  • die finanzielle Stabilität zu sichern
  • wichtige Investitionen fortzuführen

Besonders hervorzuheben ist:

  • die Anerkennung als Jugendausbildungsstätte
  • die Weiterentwicklung der Vereinsstrukturen
  • die Anpassung interner Regelwerke

 

2022 / 2024

Infrastruktur, Neuausrichtung und Kooperationen

In diesen Jahren rückte die Infrastruktur stärker in den Mittelpunkt.

Zentrale Themen waren:

  • Instandsetzung und langfristige Planung der Steganlage
  • Anpassungen am Gelände aufgrund behördlicher Vorgaben
  • Einführung moderner Organisationsmittel (z.B. Schließsystem)

Ein einschneidendes Ereignis war der Verlust des engagierten Segeltrainers Roland Hübner im Jahr 2023, der die Jugendarbeit nachhaltig geprägt hatte.

Gleichzeitig wurde eine strategische Neuausrichtung eingeleitet:

  • Kooperation mit der benachbarten Segelschule „Camp Ahoi“
  • stärkere Öffnung des Vereins nach außen
  • gezielte Ansprache neuer Mitglieder

Diese Zusammenarbeit bildete einen wichtigen Grundstein für die künftige Entwicklung.

 

2024 / 2025

Aufbruch, neue Impulse und Jubiläum

Die eingeleiteten Maßnahmen zeigten Wirkung.

Der Verein konnte:

  • neue Mitglieder gewinnen
  • insbesondere den Jugendbereich deutlich stärken
  • sein Angebot erweitern

Ein Höhepunkt dieser Zeit war das 50-jährige Jubiläum des DFSC im Jahr 2025.
Die Feier auf der „Passat“ brachte zahlreiche Mitglieder und ehemalige Aktive zusammen und verdeutlichte die enge Verbundenheit vieler Generationen mit dem Verein.

Im selben Jahr erfolgte ein bedeutender Wechsel im Vorstand: Nach 16 Jahren übergab Michael Gleißner den Vorsitz an Rolf Hegeler.

Dieser Generationswechsel markierte einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung des Vereins.

 

2025 / 2026

Verjüngung, Wachstum und Blick in die Zukunft

Die aktuelle Entwicklung ist geprägt von einem spürbaren Aufschwung.

Besonders hervorzuheben ist:

  • deutlicher Zuwachs im Jugendbereich
  • erfolgreiche Zusammenarbeit mit „Camp Ahoi“
  • Belebung des Segelbetriebs

Neue Formate wie Gemeinschaftsfahrten ergänzen die klassischen Veranstaltungen und stärken das Vereinsleben.

Gleichzeitig bleiben wichtige Aufgaben bestehen:

  • Sicherung der finanziellen Basis
  • Gewinnung weiterer Mitglieder
  • Planung und Umsetzung der Erneuerung der Steganlage

Diese Themen werden den Verein auch in den kommenden Jahren begleiten.

 

Ausblick

Der DFSC hat in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach bewiesen, dass er Herausforderungen bewältigen und sich immer wieder neu ausrichten kann.

Die Entwicklung von 2000 bis 2026 zeigt deutlich:

  • vom Wiederaufbau nach dem Standortwechsel
  • über Phasen der Konsolidierung
  • bis hin zu einer neuen Dynamik durch Kooperationen und Nachwuchsarbeit

Mit einem starken ehrenamtlichen Engagement, wachsender Jugendgruppe und klarer Perspektive geht der Verein zuversichtlich in die Zukunft.

 

Travemünde-Priwall im Juni 2026